Texte und Fotos

Apfelblüte
Apfelblüte

Ohne mich

Ohne Schwielen an den Händen, ohne Dornen im Gesicht
bleibt alles Werden unvollendet, alles Wollen ohne Licht.
Aller Sinn braucht meine Unterstützung,
aller Glaube meine Kraft.
Nur wer frei ist, der kann lachen.
Doch auch die Freiheit ist gemacht.

Ohne mich bleibt alles unverändert,
ohne mich bleibt alles steh'n.
Keine Wolken, die verwehen,
keine Sterne, die sich dreh'n.
Ohne mich, ohne mich bleibt alles steh'n.
Ohne mich, ohne mich bleibt alles steh'n.

Ohne Tränen in den Augen, ohne Furcht beim Tatendrang
bleibt das Augenlicht geblendet, alle Werke ungetan.
Alle Liebe braucht meine Unterstützung,
alle Freude meine Kraft.
Nur wer frei ist, der kann lachen.
Doch auch die Freiheit ist gemacht.
Ohne mich, ohne mich bleibt alles steh'n.

Und ohne Dich, ohne Dich bin ich nicht.

Schau mir ins Gesicht.

Süntelbuche
Süntelbuche

Braunes Laub

Aus dunkler Tiefe fällt von oben
braunes Laub auf braunen Boden,
brüchig, starr und unbeweglich
hält sich fest im feuchten Grund,
will, wie jedes Jahr, erwachen,
eine finst´re Welt erschaffen,
kleine Liebe, großer Mund, großer Mund.

Mächtig liegt es auf der Erde,
deckt dann ab so manches Grün,
glaubt lange schon, es werde
doch Stück für Stück zerrinnt´s.

Viele sind es scheinbar,
lautes Rascheln, große Tat,
nur kein Zittern und kein Weinen
"Gemeinsam sind wir stark!"
im Boden aber sitzen Larven,
Pilze und Bakterien,
die halten nichts von jenen,
fressen stetig vor sich hin, vor sich hin.

Mächtig liegt es auf der Erde,
deckt schon ab so manches Grün,
glaubt immer noch, es werde
doch in Wirklichkeit zerrint´s.

Baumobelisk
Toter Baum

Es ist vorbei

Gedanken kreisen ohne Pause,
in meinem Kopf bin ich stets zu Hause.
Ich schaue weg und ich hör´ nicht hin,
viele Worte ohne Sinn.
Bin gefangen in tiefer Nacht
Und dann bin ich aufgewacht.

Plötzlich trifft´s mich wie ein Blitz.
Bin ich denn wirklich nicht mehr ich?
Es strahlt hell in mich hinein.
Und meine Mauern stürzen ein.

Wie neu gebor´n aus guter Laune,
zieh´ ich los in die Welt und staune.
Immer wieder schau ich hin,
wie die Wolken fröhlich zieh´n.
Spür den Wind auf meiner Haut,
Und dann steh´ ich auf und ich singe laut.

Es ist vorbei, es ist vorbei, ich bin frei!
Es ist vorbei, vorbei, vorbei!

Linde 700 Jahre
700 Jahre alte Linde an der Müritz

Klosterklaus

Klosterklaus der fromme Bruder
setzte sich des nachts ans Ruder.
Kaum war er 10 Minuten weit,
da machte sich schon Nebel breit.

Alleine dort im Meer des Dunkeln
fing der Fromme an zu schunkeln.
Herr Hinz, der da spazieren ging,
der fand das Boot allein im Wind.

Im Dunkeln liegt die Wirklichkeit,
Ängste und Geborgenheit.

Herr Hinze hat im Knast gesessen.
Was damals war, ist längst vergessen.
Zeuge bei Gerichtsverhandlung
war Klosterklaus Insektensammlung.

Im Dunkeln liegt die Wirklichkeit,
Ängste und Geborgenheit.

All die Viecher sagten aus,
der bracht ihn um, den frommen Klaus.
Nach 30 Jahr´n, der gleiche Ort,
Herr Hinz begeht ´nen richtgen Mord.

Im Dunkeln liegt die Wirklichkeit,
Ängste und Geborgenheit.
Im Dunkeln liegt die Wirklichkeit,
Ängste und Geborgenheit.

Mauern
Im Nationalpark Edersee

Wenn ich morgens

Wenn ich morgens manchmal traurig bin, ja dann singe ich ein Lied leise vor mich hin.
Wenn ich morgens manchmal fröhlich bin, singe ich ein Lied laut in den Wind.
Wenn Du morgens manchmal traurig bist, singe ich ein Lied leise für Dich.
Wenn Du morgens manchmal fröhlich bist, singe ich ein Lied und Du singst mit.
Wenn wir morgens manchmal, wenn wir morgens manchmal,
wenn wir morgens manchmal traurig sind!
Wenn wir morgens manchmal traurig sind, singen wir ein Lied leise für uns hin.
Wenn wir morgens manchmal fröhlich sind, singen wir zu zweit und wir tanzen im Wind.

Mauern
Am Kreuzweg zum Büraberg

Mal hab ich Angst

Mal hab ich Angst vor Hunden, mal hab ich Angst vor Geistern,
mal hab ich Angst vor fremden Leuten, die woll´n mich wohl verscheißern.
Mal hab ich Angst vor Giften, mal hab ich Angst vorm Alter,
mal hab ich Angst vor der Politik und ständig wird mir kälter.
Mal kommt alles zusammen.

Mal hab ich Angst vor Kriegen, mal hab ich Angst vor der Dunkelheit,
mal hab ich Angst vor schlimmen Träumen und manchmal vor der Einsamkeit.
Mal hab ich Angst vor Worten, mal hab ich Angst vor Streitern,
mal hab ich Angst vor dem viel zu viel und manchmal muss ich scheitern.
Mal kommt alles zusammen.

Mal hab ich Angst vor Krebs, mal hab ich Angst vorm Herzinfarkt,
mal hab ich Angst vor der ganzen Welt.
Mal hab ich Angst vorm Wahnsinn, mal hab ich Angst und ich weiß nicht wovor,
mal hab ich Angst vor mir selbst.
Mal kommt alles zusammen...